Edvard Frank

Leben und Werk
Eine Biographie

(1909-1972)

Edvard Frank1909 in Korschenbroich bei Neuss geboren, studierte Edvard Frank von 1926 bis zum Frühjahr 1930 in Trier bei August Trümper. Die Begegnung mit der Augusta Treverorum, zur Secunda Roma geworden, prägte die frühen Arbeiten Edvard Franks. Von jenem antiken Zentrum an der Mosel waren bedeutende Architektur-Reste, Mosaiken und Skulpturen übriggeblieben, diese Landschaft wurde ihm zur geistigen Heimat.

1930 wechselte Frank an die Meisterschule für gestaltendes Handwerk in Köln. Sein Lehrer war Richard Seewald, der antike und christliche Themen in seine Bilder einfließen ließ. Im Herbst 1930 wurde Frank Schüler der Akademie der Bildenden Künste Berlin. Karl Hofer nahm ihn in seine Malklasse auf, nach dessen Vertreibung 1934 wurde Adolf Strübe sein Lehrer.

Edvard Frank war sehr zurückhaltend. Seine Gelassenheit und seine Bescheidenheit täuschten nicht darüber hinweg, dass ihn innerlich große Unruhe packte, wohin geht der Weg, wie ist die Spannung zwischen künstlerischen Absichten und Realisation zu ertragen? Schon bald aber gehörte Frank einem Freundeskreis an, der den zuweilen eremitenhaft wirkenden Berliner Neuling anregte. Werner Gilles lud ihn zu sich ins Atelier ein, er begegnete dem hochbegabten Bildhauer Hermann Blumenthal (1905-1942) und gewann ihn als Freund. 1931 hatte Blumenthal den begehrten Rom-Preis erhalten, später wurde ihm ein Stipendium der Villa Romana zugesprochen. Nach seinem Romaufenthalt berichtete der Bildhauer voller Begeisterung von der Kunst der Etrusker und so reiste Frank 1934 nach Rom. Er blieb bis 1935.

Die Kriegsjahre 1939/45 und die nachfolgende Zeit hinderten Edvard Frank, in den Süden zurückzukehren.

1951 wurde es ihm möglich, nach Camogli, zwischen Genua und Rapallo gelegen, zu fahren. Über Cannes, Marseille, Aix-en-Provence kehrte er nach Deutschland zurück. Dies war der Auftakt zu vielen Reisen in den Süden.

1957 unternahm er zusammen mit Renate Braun, der Witwe seines Freundes Hans Braun, seine erste Reise nach Griechenland, nach Athen, Delphi und Olympia. 1958 schloß sich seine Reise nach Kreta an. Unter dem Erlebnis des „stürzenden Lichtes“ wurden seine Aquarelle zu wahren Wunderwerken. Der antike Mythos wurde gestreift in Blättern wie „Ikarus“ oder „Demeter“.

„Auch ich war in Arkadien“ – das bedeutete für Edvard Frank Glücklichsein. In einer Art endlosem Fries von lichthaltigen Farben und Formen nehmen seine Landschaftsräume immer noch eigentümliche Figurationen auf. Zu einer Zeit, in der Abstraktion in Mode war, vollzieht der Maler Edvard Frank die Transfiguration menschlicher Körper innerhalb von Ideallandschaften; er löst Bilder der Wirklichkeit in Traumbilder auf. Die Bildfläche erschließt einen unwirklichen Raum, Farbstreifen fixieren ein Stück Meer, einen Bergzug, Häuser, Rudimente von Figuren. Farbstreifen und Farbparzellen grenzen sich gegeneinander ab und bleiben wie Inseln im weißen Grund des Blattes stehen. Auch in den Aquarellen, die auf der Insel Paros, an Ostern 1969 in der Türkei und 1970 in Tunis entstanden, bleibt die Farbe nicht mehr am Gegenständlichen haften. Sie durchdringt das Gegenständliche. Die Farbe ist zum Medium geworden, Materielles zu Immateriellem. Seit den Reisen Franks in den Süden ist das Land der Antike auf ganz und gar eigene Weise von ihm erfahren und dargestellt worden.
Das bleibt eine Leistung, die ihn heraushebt.

Edvard Frank wird für immer zu den bedeutendsten Aquarellmalern des 20.Jahrhunderts gehören.

 

Auch ich war in Arkadien - zum 100. Geburtstag von Edvard Frank

06.09.2009 - 03.01.2010
MUSEUM HAUS LUDWIG
für Kunstausstellungen Saarlouis

Mehr Informationen:
www.saarlouis.de

Zum 100. Geburtstag von Edvard Frank

05.09. - 06.09.2009
10:00 -18:00 Uhr
SOMMER IM LOFT
in Euskirchen

Mehr Informationen:
www.sommer-im-loft.de

Einige Werke

Edvard Frank

Edvard Frank
Stehende Demeter

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Rosa Taube

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Rom, Acqua Paola

Edvard Frank

Edvard Frank

Leben und Werk
Eine Biographie mit Briefen

Herausgeber: Rathaus Galerie Gerti Willmes Euskirchen 1999

Mit Texten von Dr. Rainer Zimmermann, Prof. Dr. J. A. Schmoll gen. Eisenwerth, Prof. Wilhelm Weber, Dr. Gerhard Charles Rump

Weitere Werke von
Edvard Frank und
Künstlern der
Verschollenen
Generation finden Sie hier:

rathausgalerie.de

Rathausgalerie